Dvorecký-Brücke
Prags neueste Brücke
Im Frühjahr 2026 entstand zwischen Podolí und Smíchov eine neue Brücke. Sie ersetzte die Fähre zwischen Dvorce und Lihovar und schuf eine direkte Verbindung zwischen den beiden Moldauufern. Ihre Form knüpft an die Tradition der Prager Bogenbrücken mit einer klaren Silhouette ohne Seile oder Türme an und zugleich an die kubistische Architektur der Umgebung.
Sofort fallen die geknickten geometrischen Formen auf. Zwei schmale Flusspfeiler sind so ausgerichtet, dass sie der Strömung möglichst wenig Widerstand bieten. Der Bau stammt von den Büros Tubes und ATELIER 6, die den von der Stadt Prag 2018 ausgeschriebenen offenen Architekturwettbewerb gewannen. Trotz ihrer Länge von 388 Metern wirkt die Stahlbetonkonstruktion leicht und zurückhaltend.
Die Dvorecký-Brücke ist für Straßenbahnen, Busse, Fußgänger, Radfahrer und Rettungsdienste bestimmt. Heute verkehren hier die Straßenbahnlinien 20 und 21. Sie verbinden unter anderem Dejvice, Smíchov, Podolí, Modřany, Barrandov und Vršovice. Hunderte Busse umgehen täglich die Barrandov-Brücke, entgehen dadurch den Staus und werden zuverlässiger.
Die Dvorecký-Brücke ist aber mehr als ein Verkehrsbauwerk. Ihre elegante, autofreie Silhouette zeigt, dass eine Brücke auch ein hochwertiger öffentlicher Raum sein kann. Das Ufer in Podolí soll Menschen verschiedener Generationen und Interessen zusammenbringen: Skater und Boulderer, Winterschwimmer, Kindergartenkinder auf Ausflügen, Leser mit einem Buch und Besucher improvisierter Konzerte und Aufführungen.
Für die Zlíchover Seite entwarf der Künstler Krištof Kintera einen Lichtpark mit über 440 Straßenlaternen aus 80 Ländern. Sein Name Light Removes Darkness, Licht besiegt die Dunkelheit, verweist auf den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse. Jeder Mast trägt einen QR-Code mit Informationen zur Herkunft der Leuchte, technischen Zeichnungen und Fotos aus der Herstellung. Bei Lihovar entstehen unter der Brücke außerdem ein Café, öffentliche Toiletten und Stufen zum Fluss für Schwimmer.