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Štvanice-Fußgängerbrücke

Štvanice-Fußgängerbrücke

eine elegante weiße Linie über dem Fluss

Die Štvanice-Fußgängerbrücke verbindet Karlín mit Holešovice und der Insel Štvanice und dient Fußgängern und Radfahrern. Prags zwanzigste Moldauquerung bietet interessante bildhauerische Zierdetails, einen beliebten Spaziergang über den Fluss und neue Blicke auf die Stadt.

Die weiße, minimalistische Brücke zieht sich wie eine dünne, unauffällige Kurve durch die Landschaft. Sie ist 300 Meter lang und vier Meter breit. Von ihren fünf Pfeilern stehen zwei auf Štvanice, zwei in der Moldau und einer in Karlín. Die Autoren sind Petr Tej, Marek Blank, Jan Mourek und Vít Najvárek. Der Entwurf ging aus einem internationalen Architekturwettbewerb hervor, den das Prager Institut für Planung und Entwicklung, IPR Praha, 2017 veranstaltete. Die Bauarbeiten begannen im Januar 2022 und endeten im Juli 2023.

Die neue Verbindung fällt durch ihre Krümmung und ihr strahlendes Weiß auf. Sie besteht aus speziellem weißem Beton, der besonders feingliedrig wirkt und an weißen Marmor erinnert. Sein Zuschlag besteht aus winzigen Körnern mit höchstens zwei Millimetern Durchmesser. Bei gewöhnlichem Beton können es 32 Millimeter oder mehr sein. Die Oberfläche hat daher keine Poren, in die Wasser eindringen und beim Gefrieren den Beton sprengen könnte. Das Material ist besonders langlebig. Die Štvanice-Brücke soll deshalb zweihundert Jahre ohne Reparaturen auskommen, während gewöhnliche Betonkonstruktionen schon nach fünfzig Jahren instand gesetzt werden müssen. Das letzte Brückenfeld auf der Holešovicer Seite besitzt außerdem ein hydraulisches Hubsystem. Es kann das Ende der Konstruktion über den Pegel eines tausendjährlichen Hochwassers anheben.

Ornamentale Details ergänzen die schlichten Formen. Das beleuchtete Bronzegeländer trägt an jedem Ende einen anderen Tierkopf: einen Hasen für Štvanice und ein Pferd für Karlín als Erinnerung an die einstige Reitschule. Für den Holešovicer Markt, früher ein Schlachthof, wählte der Gestalter Aleš Hvízdala einen Stier. Eine lange Rampe folgt dem Inselrand hinunter nach Štvanice. An ihrem Zugang steht die Skulptur Fluss von Jan Hendrych, emeritiertem Professor der Prager Akademie der Bildenden Künste. Sie wird von der Galerie der Hauptstadt Prag betreut.