← Karte

Palais Liechtenstein

Palais Liechtenstein

Der Audiokommentar ist in dieser Sprache noch nicht verfügbar.

klassizistisches Schloss über dem Wasserspiegel

Das im klassizistischen Stil wiederaufgebaute Palais Liechtenstein in Kampa dient als Unterkunft für wichtige Staatsgäste.

Der Liechtenstein-Palast befindet sich in Kampa und seine Südfassade reicht direkt bis an die Oberfläche der Moldau, die bei Hochwasser immer wieder bedroht ist. Nach dem großen Brand in der Kleinseite im Jahr 1541 wurde hier der Schutt der verbrannten Häuser aufgeschüttet, um das Ufer zu verstärken und es vor Überschwemmungen zu schützen. Später wurde hier ein Haus gebaut, das von einem der führenden Bürger der Kleinseite gekauft wurde, der jedoch wegen seiner Beteiligung an der Verschwörung gegen Kaiser Ferdinand II. auf dem Altstädter Ring hingerichtet wurde.

Der erste Palast wurde hier 1696 erbaut. Es war ein einstöckiger, sechseckiger Barockpalast mit einem Innenhof in der Mitte, mit zwei Türmen und reichen Verzierungen. Der Palast war wahrscheinlich das Werk des Architekten Giovanni Battista Alliprandi und wurde nach seinem Besitzer Kaiserstein benannt. Seit 1831 gehörte der Palast der Familie von Liechtenstein, die die größten architektonischen Veränderungen an ihm vornahm. Der Palast wurde im klassizistischen Stil umgebaut und der ursprüngliche Turm wurde entfernt. Von dem ursprünglichen Barockbau blieb nur das Säulenportal übrig, das mit dem Wappen der Familie Liechtenstein verziert war. Dieses ist identisch mit dem Wappen des Fürstentums Liechtenstein.

Im Jahr 1864 kaufte der Müller František Odkolek den Palast und ließ ihn im Stil der Neorenaissance umbauen und um ein Stockwerk aufstocken. Das Projekt des Umbaus, dessen Autor wahrscheinlich Vojtěch Ignác Ullmann unter Beteiligung des Architekten Josef Zítek war, wurde wegen der Störung des historischen Panoramas heftig kritisiert. Der Palast wurde später von der Stadt Prag erworben und während der Besatzung von den Deutschen beschlagnahmt. Die Stadtverwaltung verwandelte den Garten in einen öffentlichen Park und ließ im Palast Büros einrichten.

Im Jahr 1982 begann eine umfangreiche Rekonstruktion des Palastes, da das Gebäude durch den Einfluss des Moldauwassers gefährdet war. Der Palast unterstand der Regierung, die in ihm Luxuswohnungen für wichtige Staatsgäste errichten wollte. Die Umfassungsmauern des Palastes mussten mit Mailänder Mauern gegen Wasser abgedichtet werden, deren Betonverteidigung 10 bis 14 Meter tief in den Schieferuntergrund eingelassen war.

Die Arbeiten wurden 1991 abgeschlossen, und seither wird der Palast von der Regierung der Tschechischen Republik genutzt. So hielten sich beispielsweise die niederländische und die dänische Königin, der Herzog von Luxemburg und seine Gattin sowie der König und die Königin von Spanien in dem Palast auf, später auch der Gouverneur von Kanada und der Präsident von Portugal. Im Jahr 1996 gehörten Königin Elisabeth II. und ihr Ehemann Prinz Phillip zu den bedeutendsten Gästen, die in diesem Palast zu Gast waren.